Litigation-PR – Prozessbegleitende Medienarbeit

Von einem Zusammenspiel zwischen Medien und Anwalt können Mandanten profitieren

Litigation-PR ist aus der Prozessarbeit nicht mehr wegzudenken. Mit professioneller Medienarbeit kann man Schäden für Mandanten vermeiden und die eigene Bekanntheit steigern. Litigation-PR wird auch als „strategische Rechtskommunikation“ oder „prozessbegleitende Öffentlichkeitsarbeit“ bezeichnet. Es handelt sich um Kommunikation der Kanzlei nach außen, die – im Sinne des Mandanten – gezielt steuern soll, was die Öffentlichkeit von einem Prozess wahrnimmt.

Seit den 1980er Jahren populär

Ihren Ursprung fand die Litigation-PR in den USA der 1980er Jahre, in Deutschland wird diese Art der Öffentlichkeitsarbeit in Kanzleien erst seit der Jahrtausendwende praktiziert und hier partiell auch höchstkritisch gesehen. Allerdings wird diese Form der Öffentlichkeitsarbeit zunehmend populär. In vielen Kanzleien wird die Litigation-PR auch direkt an die Krisen-PR angedockt. Das macht Sinn, denn nicht selten ist das oberste Gebot die Reputation des Mandanten und oft auch der Schutz von Marken.

Ziele der Litigation-PR

Vom gezielten Einsetzen von Öffentlichkeitsarbeit während eines Prozesses profitiert im besten Fall der Mandant. Litigation-PR soll Einfluss darauf nehmen, dass Geschäftsabläufe und die Mitarbeitermotivation von Unternehmen während eines Prozesses nicht durch die Wirkung negativer Presse außer Kontrolle geraten. Auch auf Börsenkurse kann sich eine positive PR-Strategie auswirken, denn diese sind im Falle eines Prozesses gegen ein Unternehmen besonders gefährdet.

Eine Einflussnahme auf Richter und auf den Verlauf der Prozesse darf nicht das Ziel der Litigation-PR sein.

Vorteile für Anwälte

Doch nicht nur der Mandant bekommt die positiven Auswirkungen der prozessbegleitenden Öffentlichkeitsarbeit zu spüren – auch Anwälte können einen Mehrwert aus einer professionell betriebenen Litigation-PR ziehen, denn sie zieht die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die beteiligte Kanzlei und auf die am Prozess beteiligten Anwälte. Medien berichten, Anwälte geben Kommentare oder Statements ab und rücken so in das Licht der Öffentlichkeit.

Die Teilnahme der Öffentlichkeit kann unter Umständen zu neuen Erkenntnissen im Fall führen. Nicht selten tauchen nach Auftritten im TV oder Artikeln in Zeitungen Informationen auf, die ohne öffentlichkeitswirksame Arbeit verlorengegangen wären. Besonders bei Sammelklagen hat Litigation-PR einen positiven Effekt: Ein Bekanntwerden der Klage beschleunigt die weitere Mandantenakquise. Darüber hinaus unterstützt die passende Öffentlichkeitsarbeit auch immer die Prozessstrategie.

Allerdings ist gerade in wirtschaftsrechtlichen Prozessen bei der Litigation-PR oft ein „über Bande spielen“ sinnvoll. Es kann Sinn machen, Themen in den Medien zu platzieren, ohne den Initiator der Meldungen öffentlich zu machen. Das Mandanteninteresse steht auch hier im Vordergrund.

Fazit

Für jeden Anwalt ist es ratsam, negative Presse im Zusammenhang mit öffentlichkeitswirksamen Prozessen durch Litigation-PR einzudämmen. Wer sich darum bemüht, die Position des eigenen Mandanten zu erläutern und komplexe Rechtsthemen für die Medien so aufzubereiten, dass sie verständlich und medienwirksam werden, schützt damit nicht nur seinen Mandanten und dessen Reputation. Auch die eigene Kanzlei kann von der dadurch entstehenden Aufmerksamkeit profitieren.

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